Kanada - 2008 - Yves Luginbühl

05. September 2008

Mit vierzig Minuten Verspätung sind wir um 18.10 Uhr von Zürich Flughafen in Richtung Boston abgeflogen. Der Flug war ruhig und wir hatten die Sitze beim Notausgang. Die Beinfreiheit war damit optimal. Auch das Essen war geniessbar. Ankunft in Boston um 01.55 Uhr. In Boston verlief die Zollkontrolle schnell, auf den Hotel-Bus mussten wir dann aber fast eine halbe Stunde warten. Das Holiday Inn am Flughafen hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Zur Hochblüte des Hotels sind wohl noch Zeppeline gelandet. Wir haben uns noch einen Schlummertrunk und einen Burger gegönnt. Man fühlte sich – mit all dem Plüsch – um viele Jahre nach hinten versetzt. Auch die Bedienung war angejahrt. Was solls, morgen satteln wir das Auto und ab geht’s.


06. September 2009

Bereits kurz nach sechs aufgestanden. Das Frühstück war einigermassen. Da unser Hotel gerade renoviert wird, gab es nur kalte Küche. Keine Eier, keinen Speck, dafür aber süsse Donuts. Anschliessend wurden wir zum National Autoverleih gefahren und dort konnten wir unser Auto in Empfang nehmen. Erstaunlicherweise haben wir ab dem Parkplatz sofort den Weg in Richtung Norden gefunden. In Salem – 30 km von Boston entfernt – haben wir beschlossen, ein Hotel zu nehmen und mit dem Katamaran nach Boston zu fahren, zwecks Besichtigung. Leider zeigen auch hier die Ausläufer der verschiedenen Hurrikans ihre Spuren. So war der Schiffsverkehr nach Boston lahm gelegt. Also ging es mit dem Zug nach Boston. Auch nicht schlecht. In Boston haben wir ein tolles italienisches Restaurant entdeckt und fein gegessen. Nach dem Essen Boston besichtigt, eine typische amerikanische Grossstadt. Zurück ging es wieder mit dem Zug nach Salem. Salem ist berühmt für seine Hexenverbrennungen (ca 1692). Hier wurden 19 Hexen verbrannt. Auch wenn das für diese „Hexen“ ziemlich unvorteilhaft war, so können wir Europäer viel mehr Hexenverbrennungen vorweisen. In Salem gibt es keinen Laden ohne diese Vergangenheit. Das ist Marketing! Am Abend waren wir so müde und benebelt, dass wir im Hotelzimmer gegessen haben. Morgen geht es weiter Richtung Norden.


07. September 2008

Nach dem ersten amerikanischen Frühstück verliessen wir Salem Richtung Norden und fuhren dem Cape Ann entlang. Überall im Wald stehen farbige Holzhäuschen in allen Formen. Weiterfahrt meist über die Küstenstrasse. Zwischenstopps in Portsmouth und Kennebunkport – Gruss vom Bush. Übernachtung und Znacht im gediegenen Harraseeket Inn in Freeport. Morgen geht es weiter zum Acadia National Park in Kanada.


08. September 2008

Das war zu Beginn nicht unser Tag. Zuerst rasten wir so schnell als möglich nordwärts, um genügend Zeit für den Acadia National Park zu haben. Lustiges Highlight am Strassenrand: ein typisch amerikanischer Briefkasten auf einem ca 4m hohen Mast. Aufschrift: Airmail. Ca um 13.00 fanden wir einen Zeltplatz im Park. Das Auto liessen wir dort stehen und fuhren mit dem Gratis-Shuttle-Bus zu einer nahen Lobster-Shack. Unsere ersten Lobster. Urteil gemischt, von „nicht schlecht“ zu „nicht gut“. Zurück gings zu Fuss, was recht lange dauerte. Danach wollten wir das Zelt aufstellen und wurden von aggressiven Mücken umschwärmt, bis wir entnervt aufgaben und das Weite suchten. Also zuerst Besichtigung des Parks – dummerweise den Parkeintritt weggeworfen und noch mal ein paar Meilen zurückgelegt, um ihn wieder zu finden. Danach Fahrt auf den Cadillac Mountain, mit 466 m den höchsten Berg in der Gegend. Tolle Aussicht. Motel bezogen, Znacht in Bar Harbor. Als wir die Karte studierten, meinte eine junge Frau im Vorbeigehen: It’s the best restaurant in town. I’m local and I don’t work here. Sachen gibt’s!


09. September 2008

Um 6.00 Uhr aufgestanden, um 6.05 Uhr abgefahren: Sonnenaufgang besichtigen im Park. Nach dem Zmorge zweiter Loop durch den Park. Nun wollten wir eigentlich die Fähre nach Yarmouth (Kanada) nehmen. Da die erst am Donnerstag wieder fährt, fahren wir halt mit dem Auto. Heute kommen wir bis St. John (auch Kanada) und nehmen morgen eine Fähre. Beim Tanken noch einen Ami getroffen, der nach Neufundland geht, um Bären zu jagen. Ein tolles Hobby. Nachmittags starker Regen. Bei der Ankunft in St. John die Fahrkarten für die Fähre nach Digby gekauft. Anschliessend nach Downtown. Geht über eine gebührenpflichtige Brücke (Tool). In Amerika kann immer bar bezahlt werden. Hier nicht. So standen wir plötzlich vor einer Maschine, an dem man 50 Cents einwerfen musste, um weiter fahren zu können. Leider hatten wir noch kein Kleingeld, und hinter uns waren weitere Autos am warten. Zum Glück frass die Maschine auch amerikanische Münzen. Wir konnten weiterfahren. John ist eher ein Kaff denn eine Stadt, man könnte glatt verhungern hier.


10. September 2008

Heute war Ausschlafen angesagt, da die Fähre nach Digby erst um 12.15 abfährt. Stadtbesichtigung von St. John. Ganz nett und schnell gesehen. Anschliessend mit der Fähre nach Nova Scotia. Herrliche dreistündige Überfahrt. In Annapolis Royal einen Campground gefunden, mit Blockhäusern direkt am Meer. Herrlich, hier wollten wir grillen. Also, Fleisch gekauft, dann Annapolis besichtigt. Klein aber fein. Zurück zum Campground zum Grillen. Dort mussten wir feststellen, dass der Grillrost fehlt. Während Madame die Kohlen anzündete, fuhr Monsieur in die Stadt, um besagten Grillrost zu kaufen. Leider gab es keinen. Zurück zum Campground. Die Kohlen glühten schon, aber wo sollten wir das Fleisch hinlegen? Monsieur ging nochmals in den Supermarkt, und siehe da, ein ganzer Grill für schlappe 30 $ gekauft. Es wurde ein herrlicher Abend.


11. September 2008

Am Vormittag Fahrt über die Landzunge Digby Neck – Fähre nach Long Island – Fähre nach Brier Island. Die Fährenfahrt kostet je 5 $ retour. Das heisst, man bezahlt für die Hinfahrt den vollen Preis, die Rückfahrt ist dann gratis. Weil: zurück musst du ja irgendwann. Von Brier Island aus eine Whale Watching Tour gebucht. In dreieinhalb Stunden Fahrt haben wir eine Buckelwalmutter mit ihrem achtmonatigen Baby (um ehrlich zu sein, es war ein ziemliches Riesenbaby) gesichtet, recht viele Papageitaucher und danach nochmals zwei Buckelwale, die von mindestens zehn Delphinen begleitet wurden. Konnte eine Aufnahme einer Schwanzflosse eines Wals machen. Alle Wale haben verschiedene Signaturen, vergleichbar mit Fingerabdrücken. Ein Wal konnte mit diesem Foto mit dem Namen Colorado identifiziert werden. Eine ältere Frau aus Amerika war davon so begeistert, dass sie mir 10 $ angeboten hat, wenn ich ihr die Fotos zusende. Werde ich gern machen, via E-Mail, dafür brauche ich aber kein Geld. Nach diesem Abenteuer Retourfahrt nach Digby. Abendessen chinesisch, na ja. Übernachtung im Hotel Admiral Inn in der Nähe der Fähre. Wir wohnten im unteren Stockwerk. Gerade über uns im zweiten Stock war wohl ein Jogger einquartiert. Der lief mindestens zwei Stunden hin und her. Was machte der wohl ?


12. September 2008

Der Jogger fängt wieder an, seine Runden zu drehen. Eventuell als Vorbereitung auf den New York Marathon. Wir werden davon wach. Nach einem schönen Sonnenaufgang gings (wieder) nach Annapolis, frühstücken. Dann in den Kejimkujik (sprich: Kätschi) Park. Dort zwei kleinere Wanderungen gemacht. Spechte, Frösche, Eichhörnchen und Weisswedelhirsche gesehen. Leider keine Bären. In den National Parks ist es verboten, die Tiere zu füttern. Wenn mich nun ein Bär frisst, muss ich dann noch eine Busse bezahlen? Weiterfahrt nach Lunenburg. Die „Stadt“ wurde um 1780 gegründet und einige der alten Häuser in allen Farben stehen noch. Weiterfahrt der Küste entlang in Richtung Halifax. Nach Chester ein feines Cottage auf einem Campground gefunden. Auf die Nachfrage, wo man gut essen könne, wurde uns ein Restaurant 22 Km entfernt empfohlen. Wir sind hingefahren, es war geschlossen. Rückfahrt zum Campground, Abendessen in einem lokalen Restaurant und dann ab in die Pfanne.


13. September 2008

Weiterfahrt über die Lighthouse-Route, immer der Küste lang. Kurzer Halt beim Memorial des Swissarabsturzes. Zmorge und Besichtigungsstop in Peggy’s Cove, einem Fischerdörfchen mit ca 70 Einwohnern und Tausenden Touristen im Sommer und mit dem meistfotografierten Leuchtturm Kanadas. Natürlich haben wir nun auch ein Bild von ihm. Oder zwei. Oder drei. Danach bis Halifax durchgefahren, wo wir das Maritime Museum, ein altgedientes Forschungsschiff, eine Brauerei, die Fussgängerzone am Hafen und Pier 21, den alle Einwanderer passiert haben, besuchten. Nach einem kurzen Quarrel – Weiterfahren oder bleiben – entschieden wir uns fürs Weiterfahren. Immerhin wollen wir noch zum Cape Breton hoch und das dauert noch ein Weilchen. In the middle of the nowhere abgestiegen. Beim Znacht mit einem schottischen Ehepaar gesprächelt. Sein Dialekt war kaum verständlich, sie musste sein schottisch in ein uns verständliches schottisch übersetzen. Es muss gesagt sein, ich hasse diese verdammten Leichtbauweise-Hotels. Diese Nacht teilten wir unser Zimmer mit einem Schnarcher im anderen Zimmer. Man kann durch die Wand mit dem Nachbarn sprechen ohne zu schreien.


14. September 2008

Am morgen früh um 06.00Uhr aufgestanden. Wir hatten einen langen Weg vor uns bis zum Cape Breton Nationalpark. Durch endlose Wälder gefahren. Sogar ein Schwarzbär hat einmal vor uns die Strasse überquert. Es stimmt schon, einem Bären kann man nicht davonrennen. Der ist doch wesentlich flinker. Unterwegs bei der einzigen Whisky-Brauerei Glen Breton von Kanada einen Stopp eingelegt und zwei Flaschen gekauft. Um 13.00 in Cheticamp angekommen und fein akadisch (!?) Mittag gegessen. Anschliessend Bezug einer feudalen Cabin mit zwei Schlafzimmern, Bad, Küche, Grill, Schwedenofen und direktem Zugang zum Meer. Selbstverständlich gebadet. Im Atlantik. Sogar alle beide. Brrr. Danach kurz Einkaufen. Wir hatten wieder einmal Lust auf Nudeln nach Spaghettiart. Von dort direkt zum Informationscenter des Parks, Infos geholt und einen kurzen ersten Walk gemacht. Danach in der Küche des Appartments die Nudeln gekocht. Fein. Hier spricht man übrigens Französisch. Läck isch das e Dialäkt, akadisch eben. Und dann noch ein Bierchen und gute Nacht.


15. September 2008

Relativ spät, um 08.00 Uhr, aufgestanden. Frühstück in einem nahe gelegenen Restaurant, sehr fein. Dann ab in den Park dem Cabot Trail entlang. Dazwischen einige kleinere Wanderungen gemacht und dabei sogar einen Weisskopf-Adler gesehen. Er war schneller als meine Kamera. Leider keine Mooses (Elche) gesehen. Dafür hatten wir bei angenehmen 26 Grad einen unglaublich starken Wind. Via St. Lawrence Bay einen Abstecher gemacht. Grandiose Küste über die ganze Strecke. Am Abend in Baddeck in der Auberge Gisèle gegessen und einen Rosé bestellt. Obwohl auf der Karte stand, dass alle Flaschen 0.7 Liter haben, wurde uns eine Literflasche gebracht. Egal. Der Geschmack war dann doch etwas speziell, wenn auch nicht schlecht. Gemäss Etikette wurde der Wein aus Äpfeln mit einem Schuss Blaubeeren-Saft hergestellt. Aber verkauft – und das steht auch auf der Etikette – als Wein. Sogar einen Preis soll das edle Gesöff gewonnen haben. Nach einem Jack Daniels ins Bettchen gehüpft.


16. September 2008

Heute sind wir ca 580 Km mehr oder weniger durchgefahren, von Baddeck bis runter zum Fundy National Park. Sehenswert war hauptsächlich die Landschaft mit Wald und Marschen. Unterwegs in einem Shop fanden wir einen Wein namens „Cat’s Pee on a Gooseberrybush“ (Katzenpipi auf einem Irgendwas-Busch). Das Rätsel des gestrigen Weins hat sich auch gelöst: es handelte sich tatsächlich um einen Fruchtwein. Zur Mittagszeit in Picou vergeblich ein Beizli gesucht. Aber im örtlichen Pub gibt’s gemäss Speisekarte tatsächlich ein „Dom Perignon and Fries-Dinner (eine Flasche Dom Perignon mit Pommes Frites) für schlappe $ 299.99! Um 18.00 Uhr trafen wir bei den Hopewell Rocks ein. Kleine Besichtigung ausserhalb der Öffnungszeiten. Die Rocks sind oben härter als unten, so dass sie durch die Gezeiten unten immer etwas mehr ausgewaschen werden. Nahe des Parkplatzes hoppelte plötzlich ein kleines Häschen aus dem Gebüsch. Es liess sich auch nicht stören, als wir uns ihm bis auf drei Meter näherten, um eine möglichst gute Foto machen zu können. Ankunft in Alma um 19.30, Bezug eines Motelzimmers und im Dorf nach Essen gejagt. Das einzige Restaurant war schon geschlossen, blieben uns noch ein Take away oder ein Pizzabudeli. Unromantisch, aber gar nicht so schlecht, die Pizza.


17. September 2008

Recht früh in den Park gefahren und einen kleinen Marsch zu einem „Bog“ gemacht. Das ist ein Tümpel mit Sumpflandschaft, die etwa so gefährlich wie Treibsand ist und auch Elchen gefährlich werden kann. Apropos Elche: überall wird gewarnt, dass Elche auftauchen könnten und dass es bereits diverse Unfälle mit ihnen gegeben habe, nur wir sehen nirgendwo so ein Vieh. Das grösste Tier heute war ein Mini-Eichhörnchen (Squirrel). Na ja, ist ja auch ganz putzig. Nach dem Spaziergang liefen wir über den Strand – ca ein Kilometer Richtung Meer. Sechs Stunden später reichte das Meer dann direkt bis an die Strasse. Hier ist eine der grössten Ebbe-Flut-Differenzen zu sehen, bis zu zwölf Meter Unterschied. Danach Zmorge und eine weitere dreistündige Wanderung quer durch den Wald. Elchfrei, natürlich. Nach dem Flut-Gucken Zmittag und Fahrt nach Fredericton. Wir wollen versuchen, doch noch bis nach Quebec zu düsen. Heutiges Gewunder: Auf dem Tütchen für Süssstoff steht, dass man vor der Einnahme doch bitte einen Arzt aufsuchen soll. Die spinnen, die …


18. September 2008

Gotcha! Haben am Abend Quebec erreicht. Nach einem Zimmerwechsel wegen lauten Nachbarn, sind wir fast nonstop ca 630 km auf dem Trans Canada Highway (TCH) gefahren, nur unterbrochen von kurzen Stopps im herzigen Städtchen Kamouraska (schöne Steinhäuser und ein kuschliges Café mit echtem Café au lait) und bei den Grand Falls (Wasserfälle, die bei der Schneeschmelze ähnlich viel Wasser führen wie die Niagara Fälle). Der TCH führt durch endlose eindrückliche Waldlandschaften mit vielen Flüssen, Seen und Marschgebieten. Der Indian Summer meldet sich auch langsam an, ein paar farbige Bäume sind schon zu sehen. Später führte die Route am sehr imposanten St. Lorenz Strom entlang. Schon lustig: Kanada hat vorbildlich alles in den zwei Landessprachen englisch und französisch angeschrieben. Erreicht man die Provinz Quebec, ist plötzlich alles nur noch französisch beschriftet. Und die Leute tragen wie die Franzosen schon mal das Näschen ein wenig höher. Die lange verkehrsreiche Einfahrt nach Quebec wurde belohnt durch ein Hotel inmitten der Altstadt. Nach einem ausgezeichneten italienischen Znacht besichtigten wir Quebec by Night. Gorgious, vor allem das Märchenschloss Château Frontenac. Gute Nacht.


19. September 2008

Den ganzen Tag Québec besichtigt. Am Mittag im gleichen Restaurant wie gestern Nacht eine Pizza gemampft. Am Abend ein Châteaubriand mit einem Bordeaux in einer französischen Beiz. Göttlich. Québec ist eine überaus schöne Stadt. Château Frontenac, mein lieber Schwan……


20. September 2008

Kurzer Hüpfer nach L`Anse Saint Jean am Saguenay Fjord. Man fühlt sich wie in Schweden. Unterwegs endlose Nadelholz-Wälder und dazwischen viele Seen. Bezug unseres Châlets. Da wir erst spät Mittag gegessen haben, kauften wir für das Znacht ein Angus Steak mit Maiskolben und frischen Nudeln. Vorab in dem Outdoor Wihrlpool mit ein paar Franzosen gesprächelt, interessant. Morgen starten wir in Richtung Niagara Fälle, wollten wir schon lange einmal sehen.


21. September 2008

Herrlich geschlafen und bereits um 06.30 Uhr aufgestanden. Nachdem es gestern ausnahmsweise regnete, heute aber die Sonne schien, haben wir den Aussichtspunkt über dem Fjord ein zweites Mal besucht. Grandiose Aussicht bei Sonnenaufgang. Dann in Richtung Niagara Falls. Unterwegs drei Weisswedelhirschen begegnet. Morgenessen in La Baie. Eigentlich kann ich Französisch, eigentlich….Nur der Dialekt hier hat damit wenig zu tun. Unser heutiges Highlight beim Mittagessen in La Tuque: Pizza mit Pommes frites oben drauf. Unterwegs See über See, jetzt hanis gseh. Die Landschaft ist eintönig und dennoch spektakulär. Nadelwald und Seen, das über Stunden. Der schnellste Weg zu den Falls führt via Montreal. Quer durch die Stadt, eine Herausforderung für jeden ambitionierten Autofahrer. Bei Einbruch der Dunkelheit Brockville erreicht. Anstrengende Suche nach einem Hotel, da wir zuerst die Ausfahrt verpasst haben und dann in der Stadt herumgeirrt sind. Endlich die Einfahrt zum Comfort Inn, doch etwas zu früh abgebogen und schon wieder auf dem Freeway (Autobahn) gelandet. Nach weiteren diversen Irrungen – es war ja bereits dunkel - das Quality Inn gefunden. Receptionist beschwor uns eindringlich, via Kanada und nicht via USA zu fahren, die Polizei sei dort eher unfreundlich und penibel. In das nächste Steakhouse gewandert. Brockville hat 22000 Einwohner, und Fastfoodketten, die 24 Std geöffnet sind, aber nur ein Restaurant, welches nach 20.00 Uhr offen hat. Feines Stück Fleisch gegessen, auf dem Heimweg einen Waschbären begrüsst und gute Nacht.


22. September 2008

Wieder recht früh aufgestanden, Zmorge im Hotel und dann in Richtung Niagara Falls gestartet. Unterwegs der Küste entlang die Sicht auf die 1000 Islands (1000 Inseln) genossen. Grandiose Landschaft, Insel um Insel. Auf manchen steht sogar eine kleine Hütte. Der Name für die Salatsauce „Thousand Islands“ stammt übrigens von hier, wobei die Landschaft schöner ist als der Geschmack der Sauce. Toronto auf Nebenstrassen umfahren und schlussendlich bei den Falls angelangt. Zimmerbezug und dann sofort in die nächste Beiz. Hunger wie ne More. Am Abend dann noch die Falls besichtigt, mit Beleuchtung. Kitschig, aber schön. Zurück via Amüsier-Meile, fast wie in Las Vegas.


23. September 2008

Nach einem schlechten Frühstück – Continental Deluxe mit Plasticbesteck und -teller – das erste startende Boot für die Besichtigung der Fälle gekapert. Die „Maid of the Mist“ schipperte uns recht nahe an die Fälle, so dass ich (Y) trotz Regenschutz nass wurde. Anschliessend beim Horseshoe Fall hinter den Wasservorhang geguckt. Wieder nass geworden. In einem indischen Restaurant herrlich zu Mittag gegessen. Chicken auf sechs Arten, sehr fein. Dann Ausflug in Richtung Niagara Falls on the Lake. Nettes kleines Städtchen, welches man schnell gesehen hat. Unterwegs die Stromschnellen des Niagara Flusses bewundert. Gutes Übungsgebiet für das Schweizer Militär. Dann zurück und über die Grenze nach den USA, was schnell und ohne Probleme verlief. Dort ein Zimmer in der Nähe der amerikanischen Seite der Fälle genommen und die Fälle besichtigt. Obwohl in den Reiseführern steht, dass die kanadische Seite spektakulärer ist, so ist die amerikanische Seite nicht zu verachten. Die Fälle von oben zu sehen ist sehr eindrücklich. Kleiner Schock, das amerikanische Niagara Falls wirkt im Gegensatz zum kanadischen Niagara Falls heruntergekommen. Gebäude stehen leer und es gibt keine Fressbeizen in der Nähe der Falls. Nach langer Suche ein Dennys („Restaurant“) gefunden. Die Speisekarte ist sensationell. Zum Frühstück Steak mit Eiern, ansonsten ist alles irgendwie paniert oder im Bierteig gebacken, es gibt immer Kätschup dazu und Pommes Frites. Kein Wunder steht in den Liften: 6 Personen, 1200 Kilos.


24. September 2008

Die fast Ghost-City Niagara Falls am Morgen verlassen und den Weg Richtung Adirondack-Mountains unter die Räder genommen. Eigentlich ist es schade, diesen schönen Herbsttag im Auto zu verbringen. Abers langsam müssen wir uns wirklich auf den Heimweg machen. Immerhin haben wir in einem State Park bei etwa 25 Grad l(Celsius, nicht Fahrenheit) ein Picknick genossen. Am späteren Nachmittag haben wir die Berge erreicht. Und da war er auch endlich, der Indian Summer in voller Pracht. Unglaublich, wie die Bäume in allen Gelb-, Orange- und Rottönen leuchten. In einem netten Hotel in Speculator haben wir noch das letzte cosy Motelzimmer erwischt und in einem alten ehemaligen Hotel das beste Steak ever mit viel Gemüse statt der ewigen French Fries und einer ausgezeichneten Flasche Rotwein genossen. Zugegeben, es waren eher zwei Flaschen ;-)).Madame war doch etwas angebrütet, daher kein Blog am Abend. Unterwegs noch dem Schulbus begegnet. Eine runde dicke Kinder hoppelt aus dem Wagen und wird bereits von Mami mit dem Auto abgeholt. Eine herrliche Ansicht.


25 . September 2008

Am Morgen relativ früh los und in einem Shop einen Coffee to go geholt. Und hier wurde unser Pizza-Erlebnis tatsächlich noch übertroffen: in einem Warmhaltedingsda drehte sich ein Kuchen mit einem Belag aus Rühreiern und gebratenem Speck. Wahrscheinlich ist dies eine Art Frühstückspizza, igitt. Unterwegs sehr viele Stopps eingelegt, da die Bäume immer wieder neu und anders erblühten und wir jeden einzelnen fotografieren wollten. Zweimal haben wir eine kleine Wanderung unternommen. Zmittag wieder typisch amerikanisches Fine-Dining mit Sandwiches und Pommes. Danach haben wir uns alle guten Schweizer Menüs aufgezählt. Schweiz wir kommen bald wieder! Am Abend haben wirs noch bis Woodstock in Vermont geschafft. Znacht: französischen Käse und Wein im Motelzimmer.


26. September 2008

Rückflug



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