Südamerika - 2014 - Yves Luginbühl

Südamerika - 2014

Christo

Südamerika vom 30. Oktober - 23. November 2014 


30. Oktober 2014

Nach einem ruhigen und angenehmen Flug von 11 Stunden und 35 Minuten in Sao Paulo gelandet (Lokalzeit 18.15). Mit dem Shuttle-Bus direkt ins Hotel, dort geduscht und dann im Hotel gegessen. Draussen angenehme 32 Grad. 31. Oktober 2014 Am Morgen mit dem Taxi zum Bus-Bahnhof Tiete gefahren. Dort unsere Tickets abgeholt. Da die Busfahrt 6 Stunden dauert und über Mittag ist, wollte ich fragen, ob es im Bus auch etwas zu Essen zu kaufen gibt. Leider können alle hier am Schalter nur Portugiesisch. Nicht einmal die minimalsten Kenntnisse wie "food", "Departure Time" oder "two" sind hier ein Begriff. Dann halt Sandwich gekauft. Wir hatten eine bessere Klasse reserviert und waren dann ganz alleine in diesem Abteil, sehr angenehm zu fahren, obwohl der Chauffeur es gerne kalt hatte und wir ein wenig tiefgefroren wurden. Vor dem Einsteigen mussten wir unsere Päss zeigen, warum auch immer. Spannend war auch, dass alle nicht benötigten Sitze hinaufgeklappt und arretiert wurden, so dass niemand anderes unberechtigterweise den Platz besetzen konnte. Mit einer Stunde Verspätung in Rio angekommen. Der Transferservice war zuverlässig da und brachte uns zum Hotel. Dann sofort zum Ipanema Strand und anschliessend Abendessen. Besser kann man Fleisch nicht zubereiten. Madame war dann auch etwas betüdelt. Zurück ins Hotel und gute Nacht.

01. November 2014

Am Morgen früh aufgestanden und direkt zum Trem do Corcovado, welcher uns zur Christo Statue hochfährt. Wir hatten für 09.00 Uhr reserviert, konnten aber bereits mit dem ersten Zug kurz nacht acht rauffahren. Die Aussicht ist atemberaubend, Rio liegt einem zu Füssen. Anschliessend wieder runter, Taxi gekapert mit dem Ziel Botanischer Garten. Während der Fahrt hat der Fahrer begonnen, wild mit uns zu diskutieren. Offenbar verstand er kein Wort Englisch. Und da sich unser Portugiesisch seit gestern nicht wesentlich verbessert hat, verstanden wir kein Wort, wir konnten immer nur "Botanischer Garten" sagen (Jardim Botanico). Kurz vor dem Strand von Leblon war klar, dass wir schon viel zu weit gefahren waren. Yves sagte Stopp und wir stiegen aus. Es ist uns wirklich unverständlich, dass ein Taxifahrer am "Jardim Botanico" vorbeifährt, während wir ihm gefühlte tausend Mal "Jardim Botanico" gesagt haben. Wie auch immer, ca. 40 Minuten zurück gelaufen und den Garten besichtigt. Um die Ecke haben wir ein nettes Beizli gefunden, wir waren sicher die ersten Touristen in diesem Restaurant. Essen bestellt, der Kellner hat uns immer wieder etwas versucht zu sagen, nur was? Als das Essen kam, wussten wir es. Das Essen auf der Karte war immer für zwei Personen gedacht, wir haben also je ein Menu für zwei Personen bestellt. Ich hatten zwei riesige Entrecotes auf meinem Teller, Madame Poulet für zwei. Anschliessend zu Fuss zurück ins Hotel, der Verdauungsspaziergang war auch nötig. Kurze Pause im Hotel, dann vom Ipanema Strand zur Copacabana gelaufen. Kleiderordnung gilt hier nicht, alle sind sehr freizügig angezogen, schöne Sache ;-). Abendessen in einem italienischen Restaurant, wir hatten gerade etwas genug von Fleisch. Temperatur tagsüber 35 Grad, am Abend dann leicht kühler. Spannend ist auch zu sehen, dass alle Gebäude mit einer Absperrung gesichert sind, man kommt nicht so leicht in ein Haus, quasi ein goldener Käfig. 

02. November 2014

Am Morgen wieder früh aufgestanden. Ab zum Zuckerhut. die ersten drei Spuren der sechsspurigen Strasse vor unserem Hotel verlief plötzlich in die andere Richtung. Dafür waren die anderen drei Spuren für Fussgänger, Velofahrer, Skater und ähnliches reserviert. Mit der ersten Seilbahn raufgefahren. Noch wenig Leute, sehr angenehm. Auch der Zuckerhut bietet eine umwerfende Aussicht auf Rio und sämtliche Strände. Kurzer Spaziergang am Berg. Da man ein paar Schritte gehen muss, sind kaum mehr Touris in Sicht. Dann wieder runter, zur nächsten Metro, Ziel Zentrum. Irgendwie ist die Gegend etwas suspekt, so dass wir wieder zwei Stationen zurückmarschierten. Nach einer längeren Suche haben wir wieder ein brasilianisches Beizchen gefunden, das ähnliche Portionen wie das letzte servierte. Diesmal haben wir aber nur einmal bestellt, man ist schliesslich lernfähig. Dann durch das "alte" Rio gelaufen, sehr schön. Mit dem Taxi zurück ins Hotel, schwimmen in Meer. Es hat viele Wellen, wenn man nicht aufpasst, ist man schnell unter Wasser. Nachdem es mich (Madame) zunterobsi gewirbelt hat, habe ich nun wieder genug von salzhaltigen Getränken, bähh, pfui. Abendessen Pizza, lecker. 

03. November 2014

Am Morgen mit dem Taxi durch den starken Verkehr zum internationalen Flughafen von Rio und mit dem Flugi nach Iguasu. Alleine der Flug ist fantastisch, über den brasilianischen Dschungel. Auch diesmal hat der Transfer zum Hotel funktioniert. Das Hotel liegt gleich neben den Wasserfällen, diese sind in ein paar Minuten zu Fuss erreichbar. Etwas Kleines gegessen und dann zu den Wasserfällen. Alleine die Natur ist unglaublich, Schmetterlinge, Vögel, Warane, Nasenbären und ... Affen. Ich nehme meine Kamera und möchte alles fotografieren. Aber der Autofokus meiner Kamera gibt soeben den Geist auf, nichts geht mehr. Ein-Ausschalten, Objektiv ab und an, keine Chance. Nur dank meiner unglaublichen Willensstärke schmeisse ich die Kamera nicht in den Fluss. Mann, bin ich sauer!! Ich habe extra für diese Reise ein Kompakt-Zoom gekauft, und das will nun nicht mehr. Zurück zur Reception, mein Problem geschildert und dass ich ein neues Zoom brauche (mit genauen Anweisungen über Marke und Art des gewünschten Objektivs). Kaufen kann ich am folgenden Tag keines, da nationaler Feiertag ist. Zum Glück kannte der Receptionist ein Fotogeschäft in Paraguay, so dass mir innert zwei Stunden mein neues Objektiv geliefert wurde. Super Service, muss ich schon sagen. Anschliessend Abendessen - brasilianisches Barbeque - und nachher nochmals bei völliger Dunkelheit zu den Wasserfällen, wir ganz alleine, durch den Dschungel, aber mit Handybeleuchtung. Dabei haben wir noch zwei Häschen und ein Nasenbär-ähnliches Viechlein aufgeschreckt. Rückkehr um halb zehn Uhr abends und wir sind schon wieder pittschnass von der Hitze und der grossen Luftfeuchtigkeit.

 04. November 2014

Nach dem reichhaltigen Zmorge fuhren wir mit "unserem" Chauffeur zur argentinischen Seite der Wasserfälle. Der Fahrer erledigte für uns auch gleich die Grenzfomalitäten. Wetter durchzogen, feucht, aber nicht zu heiss, viele Wolken, diesige Sicht. Wir haben den ganzen Park besichtigt und als wir fertig waren, hat es begonnen zu regnen, aber so was von. Wir mussten dann noch etwa 2 Kilometer zum Eingang zurücklaufen. Auch mit Regenschutz waren wir pflotschnass. Unser Driver brachte uns zurück zum Hotel, wo wir uns zuerst wieder in trockene saubere Wesen verwandelten und etwas essen gingen. Da es immer noch regnete, guckten wir uns im Zimmer am Notebook die letzte "Heute-Show" an. Dann - es hatte aufgehört zu regnen - nochmals zum "Garganta de diabo", dem grössten der Wasserfälle marschiert. Da es letzte Nacht auch schon ausgiebig geregnet hatte und offenbar weiter oben auch die Schleusen geöffnet wurden, stürzten gewaltige Wassermassen an uns vorbei in die Tiefe (guckst du Bilder). Zurück im Hotel warteten schon wieder ein Caipi und ein Abendessen auf uns. Übrigens, herrlich so ein funktionierendes Zoomobjektiv. 

05. November 2014

Am Morgen noch ein letztes Mal zu den Fällen gelaufen, sind ja gleich um die Ecke. Anschliessend zmörgele. Dann packen und Checkout, mit dem Shuttle zum Eingang des Parkes, dort ist auch der Vogelpark. Ich bin eigentlich kein Fan von eingesperrten Vögeln, dieser Park ist aber sehr grosszügig konzipiert und er kümmert sich auch um den Erhalt von bedrohten Arten und leistet weitere sinnvolle Arbeiten. In einem Gehege wurde ich dann auch von einem Piepmatz hinterrücks in die Wade gepickt (Bild 2). Ganz schön hinterhältig. Etwas weiter wollte ein Tapir (Bild 1) vor einem Waran flüchten und ist Madame quer über die Füsse gerannt. Da sind wohl alle ein bisschen erschrocken :-) Mit dem Taxi zum argentinischen Flughafen gefahren und nach Buenos Aires geflogen. Hotelbezug, danach gingen auf ein Bierchen in eine nahegelegene Bar. Monsieur bestellte wie gewohnt ein grosses Bier. Erhalten hat er eine imposante Literflasche Quilmes. Beim Bezahlen hat er sich ausführlich mit dem Barkeeper unterhalten. Irgendwann fiel das Wort mujer, gefolgt von hämischem Kichern. Na ja, Männer halt. Znacht gabs in einer Churrascaria. Wir haben einen "Grillteller" für zwei Personen bestellt. Darauf waren gefühlte fünf Kilo Fleisch, keine Ahnung, wer das alles essen kann. Zurück ins Hotel, gute Nacht.

06. November 2014

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht machten wir uns auf, die Stadt zu Fuss zu erkunden. Ist irgendwie ein wenig weitläufig hier... Und Silvia's schlabbrigen Beinen nach war gestern etwas zu viel Alkohol im Spiel. Nach der Erkundung des Zentrums wollten wir mit dem Bus nach La Boca. Tickets kriegt man aber nur, wenn man das Fahrgeld mit Münzen bezahlen kann. Und Münzen sind Mangelware und müssen auf einer Bank gewechselt werden. Vergiss es, ein Taxi geht auch und fährt dich für ca 8 Franken quer durch die Stadt. La Boca sollte ein farbenfroher Bezirk mit Häusern aus Schiffsplanken sein. Das kleine Quartier war aber so mit Kitschständen vollgestellt, dass von den Häusern nicht mehr viel zu sehen war. Nach einem längeren Fussmarsch durch etwas ärmere Stadtteile konnten wir mit der Metro wieder zurückfahren. Zwischenhalt im Hotel, danach siebengängiges Nachtessen im angesagten Beizli i Latina.

07. November 2014

Buenos Aires hat keine wirklichen Sehenswürdigkeiten, Buenos Aires ist eine Sehenswürdigkeit, Möderverkehr (auf der Strasse....), Lärm, Gestank, überall Baustellen, viele Leute. Wir entschlossen uns zum neu gestalteten Hafenviertel Puerto Madero zu gehen. Dafür mussten wir ca. 400 Meter einer Strasse entlang laufen, die nur von Lastwagen befahren wird. Laut, stinkig. Madame was not amused. Das Hafenviertel ist dann wirklich schön, ruhig. Mittagessen gleich dort, dann in den Erholungspark am Rio de la Plata, welcher auch ein Reservat ist. Mit der Metro zurück Richtung Hotel und noch kurz den botanischen Garten "mitgenommen". Hatten keine Lust auf schon wieder Restaurant-Essen, so dass wir in einem Supermercado etwas Essbares eingekauft haben. Beim Zahlen dann bemerkt, dass wir nicht mehr genug Geld haben. Madame als Pfand dort gelassen und ich habe den nächsten Bancomaten gesucht, gefunden, wieder zurück und dann erfolgreich gezahlt. Pfand wurde anstandslos zurückgegeben..... Abendessen im Hotel, Kleider gewaschen, Wein getrunken. Gute Nacht.

08. November 2014

Mit dem Taxi eines gut aufgelegten und laut singenden Taxifahrer zum Flughafen gefahren, dort mit LAN nach Salta, knappe zwei Stunden. Zum Flieger raus und dann erschlägt einen fast die Hitze, aber man will ja nicht meckern, ist schliesslich schönes Wetter. Taxi zum Hotel, wunderbar gelegen, leicht über der Stadt. Ich weiss jetzt, was ein Boutique-Hotel ist - Luxus pur. In die Stadt marschiert, wo wir 12 Empanadas gefuttert und mit Bier und Wasser umgerechnet 10.- berappen mussten. Gut, die Biermenge betrug dieses Mal nur 970 Mililiter ;-). Danach Besuch des archäologischen Museums mit drei Inkamumien und Fahrt mit der Seilbahn auf den Cerro de San Bernardo. Die Rückfahrt ins Hotel überforderte den Taxifahrer; wir mussten ihm auf dem Plan zeigen, wo er hinfahren musste. Er hat die ganze Zeit Cocablätter gekaut, scheint nicht sehr gesund zu sein, das Zeugs.... Im Hotel genossen wir die Liegestühle am Pool bei viel Sonne und Wärme. Abendessen in einer Beiz in der Nähe des Hotels. Ausgezeichnetes Filet vom Holzkohlengrill, wenn auch wieder viel zu viel zu viel zu viel. Zurück ins Hotel, gepackt und dann ein Pfüsi. 

09. November 2014

Es ist Sonntagmorgen und wir müssen um 05.30 Uhr aufstehen. Um 06.00 Uhr wartete bereits der Fahrer auf uns, der uns an den Busbahnhof brachte. Dort kurz ein Kaffee, in den Bus und um 07.00 Uhr Abfahrt. Fahrt über eine imposante Kehrstrasse durch eine wunderbare Landschaft auf eine Höhe bis 4500 MüM. An der Grenzstation zu Chile - zuoberst auf dem Pass - musste unser Bus 40 Minuten warten, weil vor uns bereits ein anderer Bus abgefertigt wurde. Dann waren wir dran. Im Zollhäuschen gabs vier Schalter: einer für die Ausreise aus Argentinien, einer für die Einreise nach Chile, dann wieder ein Ausreise- und ein Einreiseschalter. So standen wir zuerst Schlange für die Ausreise aus Argentinien, dann gleich daneben für die Einreise nach Chile. Und zu guter Letzt mussten wir beim Bus unser Gepäck holen und nochmals anstehen, um die Koffer durchleuchten zu lassen. Alles in allem dauerte die Prozedur genau zwei Stunden. Die deutschen Touris hinter uns fandens überhaupt nicht amüsant. Um 18.00 Uhr (statt 16.30 Uhr) dann endlich Ankunft in San Pedro de Atacama. Ab ins Hotel Tulor, welches seine besten Zeiten bereits hinter sich hat (oder nie hatte?). Allerdings sauber, ruhig und wir haben einen "Bungalow" für uns. Abendessen im Dorf, wieder einmal zuviel, wir wurden auch darauf aufmerksam gemacht, dass wir ruhig eine Portion für zwei bestellen dürften. Machen wir garantiert das nächste Mal. Zurück zum Hotel und müde eingeschlafen. 

10. November 2014

Nach einigem Hin- und Her wurde uns der bestellte Mietwagen (Pick-up) ins Hotel geliefert. Die drei Strassen bis zum Ausgang der Stadt haben wir bravourös gemeistert. Wir wollten eine kleine Rundtour von ca 130 Kilometern machen. Nach ca 30 Kilometern erreichten wir die Termas de Puritama, warme Quellen mitten in den Bergen auf 3500 MüM. Sehr lauschig, wir waren quasi alleine, acht Wasserbecken, die vom Fluss gespeist werden, laden zum Baden ein. Nach einer lustigen Planscherei fuhren wir weiter. Der Weg stieg kontinuierlich bis auf 4450 MüM an. So hoch sind wir bisher eher selten mit dem Auto unterwegs gewesen. Die Landschaft ist atemberaubend. Unterwegs sichteten wir immer mal wieder Lamas und Vikunjas, später auch einen kleinen See mit Flamingos. Zurück im Städtchen ein spätes Zmittag und eine Blog-Schreibe-Siesta. Mit dem Auto zum Valle de la Luna gefahren, scheinbar gibts einen Suuuuper-Sonnenuntergang. Die Landschaft ist grandios, die Sonne geht unter, und, das wars schon, die Sonne ist unten.... Abendessen in San Pedro.

11. November 2014

Da die Touristenbusse um 09.00 Uhr abfahren, wollten wir vorher starten. Nach den Frühstück ging es kurz nach acht bereits los zu den Lagunen Miscanti und Miñiques. Beide Lagunen sind 114 km von San Pedro entfernt auf einer Höhe von 4200 MüM. Eine unglaubliche Landschaft erwartete uns. Wüste, darin zwei Lagunen, Vicunjas, Vögel, Wasservögel, die auf je einem Inselnestchen gerade gebrütet haben. Weiter gings zur Lagune Chaxa, welche sich im Salar (Salzsee) de Atacama befindet. Hier besteht ein Flamingoreservat mit verschiedenen Flamingoarten. Auch gilt das Gebiet als Überwinterungsort für Vögel aus Kanada und Alaska. Daneben konnten wir ein paar witzige Miniechsen mit quietschgelbem Bauch beobachten. Nächster Spot: Valle de Jere, ein kleiner Canon mit Bach und für die Gegend hier viel Grünzeug. Die Abzweigung zur Lagune Ceja war von dieser Seite nicht ausgeschildert, daher haben wir sie verpasst. Also fuhren wir zuerst ins Städtchen zurück und stärkten uns mit einem kleinen Mittagessen. Neuer Versuch: Zuerst Fahrt zur Lagune Tebinquiche. Dies ist ein Salzsee mit unglaublichem Farbspiel von wasserblaugrün über weiss nach dunkelgrün, sehr beeindruckend. Unterwegs kreuzten wir die Ojos de Salar, zwei fast kreisrunde vertiefungen mit Süsswasserreserven. Und zum Abschluss konnten wir in der Laguna de Ceja in sehr salzhaltigem Wasser ein Bad nehmen. Witzig, so auf dem Wasser zu treiben. Zum Glück fängt es an zu winden, sonst ist es brütend heiss. Nach diesem Lagunentag früh zu Bett, da morgen wieder mal Extrem-Frühaufstehen angesagt ist.

12. November 2014

Weckiwecki um 3.30 Uhr, und das in den Ferien. Zwischen 4.00 und 4.30 Uhr sollten wir zum Ausflug nach Tatio zum Geysirfeld abgeholt werden. Ein übermüdeter Angestellter brachte heisses Wasser für Nescafé und Tee und dann warteten wir. Um 4.30 Uhr war immer noch niemand hier, es könne aber manchmal auch 5.00 Uhr werden. Na dann Prost. Punkt 5.00 Uhr erschien der Bus, holte noch andere Leute ab und tuckerte auf 4320 MüM hoch. Gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang konnten wir zusammen mit Hunderten von anderen Touristen die verschiedenen Geysire und Fumarolen bewundern. (Nachdem sich die Erde wieder erwärmt, sind sie nicht mehr so aktiv, daher der frühe Start.) Nach einem kleinen Zmorge neben dem Bus gings wieder retour mit Halt in einem kleinen Bergdorf und einem Seelein mitten in der Wüste. Nach einem kurzen Lunch düsten wir mit dem Pickup nochmals ins Valle de la Luna, inzwischen haben wir uns an Wüstenlandschaften etwas sattgesehen. Am Abend besuchten wir Space Obs, 10 Teleskope mitten in der Wüste. Ein kanadischer Astronom, welcher seit vier Jahren in San Pedro lebt, weil er das schlechte Wetter in Kanada satt hatte, hat uns zuerst den Sternenhimmel erklärt. Er zeigte uns, wie unsere Vorfahren vor 2000 Jahren den Himmel betrachteten, wie sehen wir ihn heute und warum funktioniert Astrologie, sehr spannend. Man sieht hier unglaublich viele Sterne, Andromeda, die Milchstrasse. Anschliessend konnten wir durch die einzelnen Teleskope gucken. Wauuuuu.... Dann zurück ins Hotel.

13. November 2014

Nach dem Zmorge wurden wir von Henry, unserem bolivianischen deutschsprachigen Guide (Mehrjähriges Studium in Linz), abgeholt. Mit einer jungen Dame als Chauffeur fuhren wir Richtung Uyuni in Bolivien. An der chilenisch-bolivianischen Grenze stiegen wir in einen Jeep mit neuem Chauffeur um. Der scheint jede Bodenwelle und jede Abkürzung zu kennen und fuhr rasant durch die Wüste. Als erstes beguckten wir uns die weisse Lagune, die wegen des Minerals Borax weiss schimmert. Die folgende Laguna verde sei dank Arsen so grün. Weiter gings zu einem warmen Tümpel, in dem wir wieder ein bisschen herumschwadern durften, danach gabs einen kleinen Lunch. Auf der Weiterfahrt erreichten wir fast 5000 MüM. Unterwegs sahen wir noch die Laguna Colorado mit tiefrotem Wasser und vielen Flamingos und das Tal der Steine mit wunderbar geformten Felsformationen. Unterwegs passierten wir ein kleines Dörfchen, das sehr gefährlich sei. Nachts würden hier allerlei Drogen geschmuggelt, man schrecke auch vor Morden nicht zurück. Abends endlich Ankunft im Salzhotel, Znacht, schlapp, Bett.

San Pedro de Atacama und die Hunde

In San Pedro leben sicher eine Million Hunde. Alleine auf der kleinen Hauptstrasse sieht man jeweils 50 oder mehr von ihnen. Sie laufen herum, pennen stundenlang im Schatten und führen ein eigenständiges soziales Leben. Sie sind friedlich und sehen auch gesund aus. In der Regel fängt ein Hund mitten in der Nach an zu bellen und ein paar Sekunden später steigen alle Hunde ins Konzert mit ein. Ist lustig und interessant, hindert einen aber beim Schlafen. Ist aber nicht weiter schlimm. San Perro de Atacama wäre eigentlich die bessere Bezeichnung für die Stadt (perro=Hund). Dazu gibt es nur etwas zu sagen: Wuff, wuff. By the way, Katzen haben wir keine einzige gesehen, warum wohl? Ich weiss es nicht.  

14. November 2014

Um halb zehn begann unsere Tagestour durch die Salar de Uyuni, eine grosse Salzwüste. Wir konnten uns ansehen, wie das gewonnene Salz gereinigt, verarbeitet und verpackt wird und das quasi im Ein-Frau-Betrieb. Danach Besuch des kleinen Lama- und Salzmuseums :-). Anschliessend Fahrt mit dem Jeep quer durch die Salzwüste. Unterwegs sahen wir einen einzelnen Mann, der das Salz aus dem Boden hackte und für den späteren Transport auf kleinere Haufen schichtete. In der Mitte des Salzsees errreichten wir die Kakteeninsel, auf der vier- bis fünf Meter hohe Händehochkakteen wachsen. ein kleines Biotop mit ein paar Vögeln und mindestens einem wilden Hasen. Es wurde ein gutes Zmittag serviert, danach Rückfahrt nach Uyuni. Unterwegs zeigte uns unser Chauffeur noch, wie man in einer Salzpfütze Salzkristalle finden kann. Zimmerbezug in Uyuni, einer eher hässlichen kleinen Stadt und kurzer "Stadt"-Rundgang mit Henry.

15. November 2014

Mit unserer Reiseleitung zum Flughafen gefahren, dort um 10.30 zu einem vierzigminütigen Flug nach La Paz gestartet. Am Flughafen wurden wir abgeholt und ins Hotel gebracht. Mittagessen, dann ein Taxi gechartert, welches uns auf die Aussichtspunkte Killi-Killi und Jach'a Kollo brachte. La Paz und El Alto sind riesig, was die Fläche angeht. La Paz liegt auf 3600 müM und wir haben uns an die Höhe gewöhnt, dennoch, einmal etwas schnell laufen, dann merkt man das sofort. Nach dem Abendessen im Hotel nochmals auf den Killi-Killi rauf, zurück und ins Bett.

16. November 2014

Am Morgen bereits um 05.45 losgefahren in Richtung Titicacasee. Dort erster Stopp auf der Halbinsel Copacabana. Private Tour mit Jimena, einer Reiseleiterin mit viel Wissen und viel Humor, sehr angenehm. Nach ihrer Auskunft liegt hier der Ursprung des Namens Copacabana, daher sollte sich die Copacabana in Rio in Copycabana umtaufen lassen. Im Städtchen gabs heute wegen eines Festtages viele Pilger und Leute, die ihr Auto taufen lassen, naja. Wir fuhren mit dem Katamaran nach Sun Island, einer wunderschönen Insel im See. Dazwischen eine Fahrt mit einem original Schilf-Schiff. Auf der Insel zeigte Jimena uns verschiedene Bräuche der einheimischen Bevölkerung und gab uns einen Überblick über die Geschichte der Inkas. Mit dem Katamaran dann zurück nach Copacabana, inklusive Mittagessen. Von dort Grenzübertritt nach Peru mit unserem Reiseleiter für die Strecke nach Puno. Dort angekommen, Abendessen und wie immer müde ins Bett gefallen.

17. November 2014

Am Morgen war Mösiö etwa schwummerig zu Mute. An die Höhe gewöhnt man sich, je nachdem braucht der Körper aber ein paar Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Früh zu einer Tour aufgebrochen. Mit einer geführten Tour besichtigten wir zuerst die Uros Inseln mit ihren Bewohnern, den Aymaras. Diese Inseln bestehen nur aus Schilf. Alle 14 Tage muss wieder eine neue Schicht Schilf aufgetragen werden, damit die Inseln nicht plötzlich versinken. Die Inseln werden im Seeboden verankert und bleiben somit örtlich stabil. Jede Insel bietet Platz für mehrere Häuschen, die auch zu einem grossen Teil aus Schilf bestehen. Jede Familie bewohnt ein Häuschen mit sehr begrenzten Platzverhältnissen. Danach Fahrt über den Titicacasee zur Insel Taquile. Hier leben die direkten Nachfahren der Inkas. Die Insel ist terassiert und bietet so einigen Platz für den Anbau von Mais, Kartoffeln und Favebohnen. Wir bekamen ein Mittagessen serviert, bevor wir die Insel etwas erkundeten und mit dem Boot wieder nach Puno zurückfuhren. Unterwegs wurde uns mitgeteilt, dass die beiden nächsten Tage ein Streik im Bezirk Puno stattfinde. Es würden alle Strassen gesperrt, so dass niemand mehr rein- oder rausfahren kann. Die Reiseagentur buchte daher für uns die Weiterfahrt nach Cusco bereits für heute Abend um. Abfahrt um 19.00 Uhr, vorgesehene Ankunft in Cusco um 2.00 nachts. Vor der Fahrt gibts daher noch einen Pisco Sour. Der fährt in dieser Höhe gewaltig ein und hilft dann ganz sicher beim Schlafen :-). 

18. November 2014

Wie geplant, kamen wir nach einer siebenstündigen Fahrt mit zwei kurzen Pipipausen um 2.00 Uhr morgens in Cuzco an. Der Boy an der Reception erklärte uns dann, dass wir ja ein Zimmer vom 18. auf den 19. November gebucht hätten und jetzt bereits der 18. sei und unser Zimmer schon bezugsbereit sei. Nicht schlecht, so müssen wir nicht zusätzlich eine Nacht bezahlen. Und dann: endlich schlafen. Nach dem Frühstück sind wir mit einem Taxi zur alten Inka-Anlage Saksayhuaman gefahren und herumgestrolcht. Vom Taxichauffeur erfuhren wir übrigens, dass doch kein Streik stattgefunden habe, grrrrr. Zu Fuss marschierten wir danach in die Stadt. Die Altstadt ist eine der schönsten, die wir bisher gesehen haben, aber absolut touristisch; alle zwei Meter eine Galerie oder ein Shop mit peruanischen Strick- und Webwaren. Nach einem ausgiebigen Zmittag mit peruanischem Rosé - demi-sec, aber süss wie Sirup - noch ein wenig herumgebummelt, anschliessend Siesta und später zum Apéro und Znacht nochmals in die Stadt. 

19. November 2014

Ein Taxi brachte uns am Morgen zum Bahnhof Poroy, wo wir bereits erwartet wurden. Im Luxuszug Hiram Bingham der Perurail wurde uns ein Tisch zugewiesen, der einheimische Schämpis war auch schon bereit. Nach Abfahrt des Zuges begaben wir uns in den Barwagen, wo Snacks und noch mehr Getränke auf uns warteten. Der hintere Teil des Wagens war ein Panoramawagen, zuhinterst mit kleiner offener Plattform. Von hier konnten wir die Fahrt durch die eindrückliche Landschaft wirklich geniessen. Ab 11.00 Uhr erwartete uns ein dreigängiger Brunch. In Aguas Calientes wurde unser Gepäck ins Hotel gebracht, wir selbst auf den Berg, und ein Zug-eigener Guide zeigte und erklärte uns Macchu Picchu. Leider regnete es, aber wir haben für morgen nochmals Tickets :-). Zu guter Letzt wurde English Tea mit reichlich Häppchen serviert. Einchecken im Hotel Sumaq. Kaum im Zimmer, kam jemand mit Erfrischungsgetränk vorbei, gleich danach gabs an der Bar Pisco Sour. Vor dem Znacht gönnten wir uns aber noch ein Bad in der warmen Quelle, die dem Ort seinen Namen gab.

20. November 2014

Um halb sechs (!) aufgestanden, Frühstück, Busfahrt auf den Berg. Ein Hotelangestellter ging für uns zur Busstation und reservierte zwei Plätze, so dass wir danach direkt beim Hotel einsteigen konnten. Auf dem Berg war schon reichlich viel los, heute schien die Sonne und es war schön warm. Wir wollten aber noch höher hinaus und kraxelten den Nachbarberg Wayana Picchu hoch. Die meiste Zeit gings über hohe und noch höhere Treppenstufen nach oben. Obwohl Madame die Höhenluft gewohnt sein sollte und wir hier nur auf ca. 2000 – 2500 MüM hoch sind, hatte nicht nur Madame Mühe mit dem Atmen. Vor und hinter uns wurde allenthalben kräftig geschnauft. Der Gipfel besteht aus grossen Granitblöcken und es wird sehr eng für die 200 Wanderer, die hinaufgelassen wurden. Nach unserer Rückkehr war Macchu Picchu so was von überfüllt, dasss wir es vorzogen, ins Dorf zurückzufahren. Zmittag, Bummel durch den Markt, Siesta im Hotel, da regnerisch und Yvi ein Pfüsi machte.

21. November 2014

Am Morgen nach dem Frühstück mit dem Zug nach Ollanta gefahren. Dort unseren Guide getroffen. Zuerst haben wir Ollanta mit seinen sehr eindrücklichen Inkaanlagen besichtigt, dann ging es weiter nach Urubamba. Dort fein gegessen. Nach dem Essen Moray besichtigt. Dort haben die Inkas in einem Meteoritenkrater Terassen angelegt, um zu erforschen, welche Getreide, Früchte und Pflanzen in diversen Höhenlagen am besten gedeihen. Dann ging es zum Flughafen, wobei wir in Cusco in einen gewaltigen Stau kamen. Natürlich haben wir den Flug verpasst. Unser Guide wies alle Schuld von sich, ein anderer Mitarbeiter teilte uns dann mit, dass an dieser Strasse seit zwei Monaten gearbeitet wird und dass hier daher zu dieser Zeit immer Stau herrscht. Wir kamen auf die Warteliste für die späteren Flüge und 1.5 Stunden später konnten wir tatsächlich nach Lima fliegen, wo wir den Anschluss nach Sao Paulo gerade noch erreichten. Um 21.55 Uhr Abflug, wunderbarer Flug mit enorm viel Wetterleuchten und einem Wahnsinns-Landeanflug am Morgen um halb sechs auf das nächtliche Sao Paulo. Da wir während des Flugs drei Stunden verloren haben, war dies eine mehr als kurze Nacht. Daher mit Taxi ins Hotel, Bezug Tageszimmer, pfüselen.

22. November 2014

Um 11.30 Uhr wieder aufgestanden (noch am 21. November), zum Flughafen, dort etwas gegessen und zurück geflogen. Angenehmer Flug mit etwas Geholper. Nach Hause, unser Rocker erwartetet uns bereits. Das war's, eine wunderschöne Reise ist zu Ende.

Silvia & Yves


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